Mal sehen, ob ich überhaupt zum Feiern komme, aber alleine machts ja auch keinen Spaß :( Trotzdem gibt es Grund zur Freude, denn heute ist der Tag, an dem ich schon genauso Tage auf der Insel im ADiA hinter mir habe, wie vor mir liegen.
Das ist natürlich ein denkwürdiger Moment, der also genau in der Mitte des denkwürdigen Moments (oder Tages) der Abreise und des denkwürdigen Moments meiner Rückkehr liegt. Ich kann jetzt also so etwas, wie eine Zwischenbilanz ziehen. Jedoch habe ich für den heutigen Tag ein Special vorbereitet und zwar schon vor 160 Tagen, nämlich am 16. September 2009 - dem Tag meiner Abreise.
Aber seht selbst:
by the way, ich habe nicht geheult, nur falls es einer denken sollte. Ich sehe ja nicht mal so aus ;)
Ich habe hier wirklich schon sehr sehr viel gelernt, weniger was fachspezifische Dinge oder Englisch angeht, jedoch für mein Leben. Hier ist so viel im Argen, dass man kaum glaubt, dass trotzdem jedes kleine Detail auffallen kann. Ich lerne also eine Menge persönliches, andere würden anderes lernen. Und ich habe sozusagen durch meinen Aufenthalt hier einen riesigen Schub Lebenserfahrung erhalten und durch die kommende Hälfte werde ich mich wohl weiter entwickeln, erwachsener werden und Erfahrungen für mein Leben sammeln.
Dienstag, 23. Februar 2010
Mittwoch, 10. Februar 2010
Montag, 8. Februar 2010
Sonntag, 7. Februar 2010
Winter ;-)
Ja, also der Winter, der Winter. Ich weiß, dass es ihn noch gibt, jedoch nicht in England. Das gibts nur noch bei euch. Hier also mal ein Eindruck: Wilkommen in der Zukunft!!!!

In diesem Sinne ist das Land sehr fortschrittlich, was das erste Mal wohl meinen Erwartungen an England entspricht. Denn meine Vorstellung war immer, dass "the UK" als westeuropäisches Industrieland, mindestens genauso weitentwickelt ist, wie Deutschland. Dazu kommt dann ja noch der Nationalstolz und, dass das Vereinigte Königreich ja mal Weltmacht war und ich dummerweise erwartet habe, dass dies von der Vergangenheit noch immer auf die Gegenwart abfärbt. Aber ich bin total falsch in dieser Annahme. Eigentlich ist das Gegenteil der Fall: Ich bewege mich hier - ohne Übertreibung - in einer Gesellschaft, die am Abgrund steht. Es wirkt für mich wie ein Teufelskreis, wie ein Strudel in den die Gesellschaft hineingerutscht ist und sich nicht darausretten kann. Liverpool war vor etwa 100 Jahren mal eine Metropole, in der das Leben blühte. Sie war nie reich, aber pulsierte, denn hier gab es aufgrund der Arbeit viele Menschen. In der Geschichte war Liverpool mal Umschlagplatz für 40% aller Waren des Welthandels!!! Das kam durch die günstige Lage am Atlantik, Dreieck Europa, Afrika und Amerika (Sklavenhandel und Emigranten grhörten zum Hauptgeschäft).
Irgendwann ist jedoch ein Punkt gekommen, an dem all das zusammengebrochen ist und Liverpool total verarmte. Die Leute (sprich u. a. eine riesige Menge an Hafenarbeitern) verkrochen sich in der Arbeitslosigkeit. Und ganz ehrlich, die Situation war ja dann auch aussichtslos. Die Kinder dieser Leute wuchsen also nciht nur in Armut auf, sondern haben auch nie gesehen, wie ihre Väter oder Eltern allgemein arbeiteten. Die Vorbilder gingen flöten. Die viele Freizeit muss man dann mit anderen Dingen füllen und das tun die Menschen natürlich auch. Meine Vermutung sagt mir, dass sich dadurch die große Begeisterung, um nicht von Fanatismus zu sprechen, zum Fussball entwickelt hat. Fussball ist ja nichts schlimmes, viele, insbesondere Jugendliche, wurden/werden aber auch kriminell. Und die heutige Situation ist immernoch aussichtslos ;(, denn der Strudel ist mittlerweile so stark, dass die Gesellschaft droht unterzugehen.
Um es ein bisschen zu verdeutlichen, hier was mir an tagtäglichen und offensichtlichen Auswirkungen in den Sinn kommt:
- die Straßen sind verdreckt und zugemüllt
- es gibt selbst oder gerade im Park keine Mülleimer
- Mülleimer werden in Brand gesteckt oder gehen direkt in die Luft (mit selbstgebauten Sprengsätzen)
auf Straßen, Gehwegen und an Mauern klebt Farbe: Rückstände ehemaliger Plastikmülltonnen, auch abgebrannt
- die Kinder und Jugendlichen schmeißen Mülltonnen, die auf der Straße oder dem Gehweg stehen um, egal ob leer oder voll, und zwar morgens auf dem Weg zur Schule
- aufgebrachte Anwohner betiteln die "Gören" dann mit den schlimmsten Schimpfwörtern, die in der Sprache vorhanden sind
- die Stadt wird videoüberwacht, das heißt: alle öffentlichen Gebäude, Einkaufsläden, Taxis, Straßen und sogar Parks - teilweise fahrt die Polizei mit mobilen Kameras herum.
Ansonsten geht hier auch ganz gut zu. Es könnte natürlich besser sein, aber dann wäre es wohl nicht Liverpool und nicht mein ADiA. Wäre wohl das ganz normale Leben in Deutschland, beim Studium oder so. Ich freue mich also bald wieder nach Hause zu kommen. Um alle wiederzusehen, also natürlich vorneweg meine Familie, auch wenn von der dann noch nicht mal alle kenne ;)
Hier passiert aber sonst nicht viel: Im März werde ich auf retreat gehen, im April habe ich Urlaub und werde mit Katrin Liverpool auch mal kulturell entdecken und London unsicher machen. Danach sind es zum Glück nur noch drei Monate bis ich endlich zurückkommen werde. Ich bezweifle, dass da noch viel passiert. Jede einzelne Entwicklung und Veränderung scheint - wenn überhaupt voranzukommen - im Schneckentempo "fortzuschreiten".
In diesem Sinne ist das Land sehr fortschrittlich, was das erste Mal wohl meinen Erwartungen an England entspricht. Denn meine Vorstellung war immer, dass "the UK" als westeuropäisches Industrieland, mindestens genauso weitentwickelt ist, wie Deutschland. Dazu kommt dann ja noch der Nationalstolz und, dass das Vereinigte Königreich ja mal Weltmacht war und ich dummerweise erwartet habe, dass dies von der Vergangenheit noch immer auf die Gegenwart abfärbt. Aber ich bin total falsch in dieser Annahme. Eigentlich ist das Gegenteil der Fall: Ich bewege mich hier - ohne Übertreibung - in einer Gesellschaft, die am Abgrund steht. Es wirkt für mich wie ein Teufelskreis, wie ein Strudel in den die Gesellschaft hineingerutscht ist und sich nicht darausretten kann. Liverpool war vor etwa 100 Jahren mal eine Metropole, in der das Leben blühte. Sie war nie reich, aber pulsierte, denn hier gab es aufgrund der Arbeit viele Menschen. In der Geschichte war Liverpool mal Umschlagplatz für 40% aller Waren des Welthandels!!! Das kam durch die günstige Lage am Atlantik, Dreieck Europa, Afrika und Amerika (Sklavenhandel und Emigranten grhörten zum Hauptgeschäft).
Irgendwann ist jedoch ein Punkt gekommen, an dem all das zusammengebrochen ist und Liverpool total verarmte. Die Leute (sprich u. a. eine riesige Menge an Hafenarbeitern) verkrochen sich in der Arbeitslosigkeit. Und ganz ehrlich, die Situation war ja dann auch aussichtslos. Die Kinder dieser Leute wuchsen also nciht nur in Armut auf, sondern haben auch nie gesehen, wie ihre Väter oder Eltern allgemein arbeiteten. Die Vorbilder gingen flöten. Die viele Freizeit muss man dann mit anderen Dingen füllen und das tun die Menschen natürlich auch. Meine Vermutung sagt mir, dass sich dadurch die große Begeisterung, um nicht von Fanatismus zu sprechen, zum Fussball entwickelt hat. Fussball ist ja nichts schlimmes, viele, insbesondere Jugendliche, wurden/werden aber auch kriminell. Und die heutige Situation ist immernoch aussichtslos ;(, denn der Strudel ist mittlerweile so stark, dass die Gesellschaft droht unterzugehen.
Um es ein bisschen zu verdeutlichen, hier was mir an tagtäglichen und offensichtlichen Auswirkungen in den Sinn kommt:
- die Straßen sind verdreckt und zugemüllt
- es gibt selbst oder gerade im Park keine Mülleimer
- Mülleimer werden in Brand gesteckt oder gehen direkt in die Luft (mit selbstgebauten Sprengsätzen)
auf Straßen, Gehwegen und an Mauern klebt Farbe: Rückstände ehemaliger Plastikmülltonnen, auch abgebrannt
- die Kinder und Jugendlichen schmeißen Mülltonnen, die auf der Straße oder dem Gehweg stehen um, egal ob leer oder voll, und zwar morgens auf dem Weg zur Schule
- aufgebrachte Anwohner betiteln die "Gören" dann mit den schlimmsten Schimpfwörtern, die in der Sprache vorhanden sind
- die Stadt wird videoüberwacht, das heißt: alle öffentlichen Gebäude, Einkaufsläden, Taxis, Straßen und sogar Parks - teilweise fahrt die Polizei mit mobilen Kameras herum.
Ansonsten geht hier auch ganz gut zu. Es könnte natürlich besser sein, aber dann wäre es wohl nicht Liverpool und nicht mein ADiA. Wäre wohl das ganz normale Leben in Deutschland, beim Studium oder so. Ich freue mich also bald wieder nach Hause zu kommen. Um alle wiederzusehen, also natürlich vorneweg meine Familie, auch wenn von der dann noch nicht mal alle kenne ;)
Hier passiert aber sonst nicht viel: Im März werde ich auf retreat gehen, im April habe ich Urlaub und werde mit Katrin Liverpool auch mal kulturell entdecken und London unsicher machen. Danach sind es zum Glück nur noch drei Monate bis ich endlich zurückkommen werde. Ich bezweifle, dass da noch viel passiert. Jede einzelne Entwicklung und Veränderung scheint - wenn überhaupt voranzukommen - im Schneckentempo "fortzuschreiten".
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